DemenzHilfe Oldenburg e.V.

INFORMATIONS- und BERATUNGSSTELLE

Aktuelles

Alzheimer Europe Conference in Berlin

Der Vorstand der DemenzHilfe Oldenburg e.V. hat vom 2 - 4 Oktober 2017 an der 27ten Alzheimer Europe Conference in Berlin teilgenommen.
Alzheimer Europe ist eine Nichtregierungsorganisation (NRO), die darauf abzielt, das Bewusstsein für alle Formen von Demenz zu schärfen.

Nationale Demenzstrategien: Eine Momentaufnahme des Status nationaler Demenzstrategien in Europa
In der Erklärung von Glasgow 2014 wurde die Schaffung einer europäischen und nationaler Strategien in jedem Land in Europa gefordert. Die Unterzeichner forderten die führenden Politiker der Welt auf, Demenz als Priorität für die öffentliche Gesundheit anzuerkennen und einen globalen Aktionsplan für Demenz zu entwickeln. Die Europäische Union führt verschiedene Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen von Demenz durch; diese können hier gefunden werden. Die Zahl der Länder, in denen Demenz als Priorität anerkannt wird und nationale Strategien entwickelt werden, wächst weiter. Die folgende Karte zeigt Länder, in denen bereits eine Strategie vorliegt. Deutschland plant eine Strategie, die auf der zuvor verabschiedeten Agenda (am15. September 2014 startete die Deutsche Demenz Allianz eine Agenda, um die Grundlage einer nationalen Demenzstrategie umzusetzen.) aufbaut. Portugal, Rumänien und die Slowakei berichten von Demenzstrategien in der Entwicklung und andere Länder haben die Notwendigkeit einer Entwicklung festgestellt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
www.alzheimer-europe.org


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Neue Bausteine gegen die Demenz

Seit 100 Jahren glauben wir, dass Abbau und Verschleiß im Gehirn zwangsläufig in die Demenz führen. Ein Irrglaube, sagt der Hirnforscher Gerald Hüther. Wie wir Selbstheilungskräfte aktivieren können und was unser Zusammenleben damit zu tun hat, erklärt der Neurobiologe im Gespräch mit Susanne Iden.


Iden: Prof. Hüther, wer alt wird – und wir werden jetzt fast alle alt –, kann mit einiger Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass sein Gehirn massiv abbaut und er dement wird. Richtig?

Hüther: Falsch. Er kann damit rechnen, dass sein Gehirn Verbindungen und Vernetzungen verliert, dass es von Ablagerungen übersät ist, dass Gefäße verstopfen. Das heißt aber nicht, dass er deswegen eine Demenz entwickeln muss.

Trotzdem sprechen Sie in Ihrem neuesten Buch von der Demenzfalle, in der wir Ihrer Meinung nach kollektiv sitzen.

Nicht trotzdem, sondern deswegen. Weil wir in altem Denken festgefahren sind – ohne es zu merken. Unsere Vorstellungen davon, wie Demenz entsteht, stammen aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts: Wenn Abbauprozesse im Gehirn hinreichend fortgeschritten sind, dann macht sich das in entsprechenden Funktionsausfällen bemerkbar – bis zum „Altersschwachsinn“. Und weil tatsächlich immer mehr Menschen immer älter werden, gibt es eben auch unausweichlich immer mehr Demenzfälle. Da haben wir eine schöne, schlüssige Theorie. Seit Alois Alzheimer 1906 erste Fälle beschrieben hat, gehen wir alle davon aus, dass man Demenz bekommt, weil im Gehirn etwas wegschrumpelt.

Und Sie glauben das nicht?

Nein. Wir werden nicht dement, weil unser Gehirn abbaut. Sondern weil unsere Art und Weise zu leben so viele Menschen daran hindert, die Selbstheilungskräfte ihres Gehirns zu aktivieren. Das können wir ändern.

Das ganze Gespräch finden Sie hier als PDF zum Download

7. AKTIONSTAG DEMENZ

Die Karl-Jaspers-Klinik lädt am 07. November zum „Aktionstag Demenz“ ein.

Die diesjährige Veranstaltung steht unter dem Titel „Gewalt in der Pflege“. Dieser etwas provokant klingende Titel hat einen ernsten Hintergrund. Der Umgang mit schwer Kranken, insbesondere Demenzerkrankten, verlangt allen Beteiligten ein Maximum an psychischer und physischer Stabilität ab. Immer wieder geraten pflegende Angehörige, aber auch professionell Pflegende, an ihre Grenzen und überschreiten diese. Fehlender emotionaler Rückhalt, enge Zeitpläne und die oft fehlende positive Resonanz auf eigenes Bemühen können zu Umgangsformen mit den Kranken führen, bei Empathie und Respekt verloren geht.

Umgekehrt sind Demenzkranke oft in ihrem Wesen schwierig: Unruhe, Zeitdruck, wechselnde Bezugspersonen und vieles mehr führen zu Angst und Aggressivität gegen diejenigen, die eigentlich nur helfen wollen. Wie lebt es sich in einem solchen Spannungsfeld? Welche Mechanismen lösen Aggressionen auf der einen wie auf der anderen Seite aus und was kann man dagegen tun?

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Flyer und Anmeldung Download

Welt-Alzheimertag – Tag der offenen Tür am 21. September 2017

Seit 1994 finden am 21. September in aller Welt vielfältige Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen. Weltweit sind etwa 46 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern. Bis 2050 wird die Zahl auf voraussichtlich 131,5 Millionen ansteigen, besonders dramatisch in China, Indien und den afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

Immer wieder geht es darum, auf die Situation der 1,6 Millionen Demenzkranken und ihrer Familien in Deutschland hinzuweisen. Auch wenn gegenwärtig eine Heilung der Krankheit nicht möglich ist, kann durch medizinische Behandlung, Beratung, soziale Betreuung, fachkundige Pflege und vieles mehr den Kranken und ihren Angehörigen geholfen werden.

Am 21. September, anlässlich des diesjährigen Welt-Alzheimertages lädt die DemenzHilfe Oldenburg e.V. zu einen „Tag der offenen Tür“ ein. Interessierte haben die Möglichkeit sich von 9.00 - 16.00 Uhr rund das Thema „Demenz und Alzheimer Erkrankung“ zu informieren.

MIT-GEFÜHL bei Demenz

Ein Vortrag im Rahmen der "Woche der Demenz"

Eine Veranstaltung der DemenzHilfe Oldenburg e.V. und Karl-Jaspers-Klinik

Am 26. September 2017 um 16.00 Uhr in der Landesbibliothek Oldenburg

Referentin: Friedlinde Köhler, 2. Vorsitzende der DemenzHilfe Oldenburg e.V.
Altenpflegerin; Sozial- und Pflegeberaterin mit Schwerpunkt Demenzerkrankungen

Ich denke, also bin ich“ (Descartes 1596-1650) Wir müssen lernen umzudenken. Es würde helfen, nicht mehr die Ratio in den Mittelpunkt zu stellen, sondern Emotion und Empathie. Gefühle zu haben und diese in Worte zu fassen, das eigene innere Erleben zu beschreiben, ist nicht einfach. Die Anforderungen des Alltags machen es meist notwendig, rational und gut überlegt die täglichen Dinge zu erledigen. Gefühle sind hierbei oft hinderlich.

Im Verlauf einer Demenzerkrankung spielen Gefühle eine bedeutende Rolle und der Betroffene ist darauf angewiesen, dass Angehörige und Menschen in ihrer Umgebung lernen, sich auf diese neue Form der Beziehungsmöglichkeit einzulassen. Kommunikation mit Demenzkranken gestaltet sich deshalb schwierig, weil sie sich nicht am logischen Denken orientiert.

Wir können im Umgang mit Demenzbetroffenen versuchen hinzuschauen, zuzuhören, uns hinein fühlen in die Gedanken- und Innenwelten. Demenzkranke fordern unsere Emotionen heraus, wir können sie ausschließlich über das Gefühl erreichen. In diesem Vortrag geht es darum, Anregungen zu erhalten und sich dem Thema anzunähern.

Grußwort zur Woche der Demenz 2017

Gemeinsames Grußwort von Herrn Bundesminister Gröhe und Frau Bundesministerin Dr. Barley für die Woche der Demenz 2017

Demenz. Die Vielfalt im Blick – das Motto der diesjährigen Woche der Demenz will unsere Wahrnehmung schärfen. Denn jeder Mensch, der an Demenz erkrankt, ist und bleibt eine eigenständige Persönlichkeit. Das beachten wir manchmal zu wenig, wenn wir den Betroffenen begegnen. Die Lebensumstände, die Lebensgeschichten, die Bedürfnisse sind auch bei diesen Menschen ganz unterschiedlich und sie prägen sie auch bei der „Reise ins Vergessen“. Deshalb braucht es eine ganz eigene, an das jeweilige soziale Umfeld angepasste Unterstützung. Menschen, die aus anderen Kulturen stammen, Menschen, die noch mitten im Berufsleben stehen, hochaltrige und pflegebedürftige Menschen: Jede und jeden kann die Krankheit treffen. Jede und jeder verfügt auch über jeweils eigene, ganz unterschiedliche Möglichkeiten zum Umgang mit der Erkrankung.

Mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs sowie eines neuen Begutachtungsinstruments erhalten die an Demenz erkrankten Menschen seit Anfang dieses Jahres endlich einen gleichberechtigten Zugang zu allen Leistungen der Pflegeversicherung. Durch die Pflegestärkungsgesetze erhalten sie, aber auch ihre Angehörigen, zudem deutlich mehr und passgenauere Unterstützung. Als Gesellschaft machen wir damit zugleich deutlich, wie wichtig uns gute Pflege als Ausdruck der Menschlichkeit unserer Gesellschaft ist. Wir zeigen, wie wir Anteilnahme, Nächstenliebe und Gemeinsinn verstehen und leben wollen.
Mit der Vielfalt von inzwischen 500 Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz wollen wir der Vielfalt an Bedürfnissen gerecht werden. Die Arbeit dieser regionalen Netzwerke hat einen besonderen Stellenwert im Zusammenspiel der Hilfen. Sie sind vor Ort, nah bei den Menschen, ihren Nöten und Sorgen. Das schafft Vertrauen und überwindet Berührungsängste.

Und mit der von uns gemeinsam getragenen Initiative „Demenz Partner“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Selbsthilfe e. V. lässt sich ohne großen Aufwand lernen, worauf es im Kontakt mit demenzerkrankten Menschen ankommt.

Wir wollen alle Bürgerinnen und Bürger ermutigen: Engagieren Sie sich vor Ort! Unterstützen Sie Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen! Erleben Sie selbst, dass uns die Begegnung mit an Demenz erkrankten Menschen bereichern kann, wenn Sie die Vielfalt in den Blick nehmen.

www.lokale-allianzen.de

Hilfsangebote für Demenz in Oldenburg

Veranstaltung am 08.08. in der Landesbibliothek Oldenburg

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Treffpunkt Demenz wurden am 08. August, 6 neutrale Institutionen von der Karl-Jaspers-Klinik und der DemenzHilfe Oldenburg e.V. in die Landesbibliothek eingeladen. Nach wie vor ist die Hemmschwelle zur Annahme fremder Hilfe für pflegende Angehörige groß. Es wird oft zu spät Unterstützung angenommen. Angehörige pflegen ihre Familienmitglieder häufig bis zur eigenen Belastungsgrenze. Das Risiko, seelisch und körperlich selbst zu erkranken, steigt damit erheblich. Weniger als 10 % der pflegenden Angehörigen nehmen Unterstützung an, erklärte Friedlinde Köhler von der DemenzHilfe Oldenburg e.V.

Die Mitarbeiterinnen der einzelnen Institutionen stellten sich und ihr Angebot persönlich vor und forderten die Teilnehmenden eindringlich dazu auf, Beratungen und Entlastungsleistungen frühzeitig in Anspruch zu nehmen.

Ilka Haupt und Regina Schmidt vom SPN erklärten sensibel die Bedeutsamkeit eines vertraulichen Beratungsgespräches und Möglichkeit eines Hausbesuchs durch die Mitarbeiterinnen des Pflegestützpunktes.

Gundi Pape von EvaSenio teilte den Anwesenden ausführlich das Gewicht der nachbarschaftlichen Kontakte mit und machte auf die Unterstützung der ehrenamtlichen Seniorenhilfe in Eversten zur Unterstützung bei Einkäufen, Arztterminen, Behördengängen oder Gartenarbeit aufmerksam.

Ele Herschelmann von der Alzheimer Gesellschaft Oldenburg erläuterte die Zweckmäßigkeit von Selbsthilfegruppen aber auch die Wichtigkeit des Erlebens von Solidarität der Betroffenen und wies auf freie Plätze bei der Unterstützten Selbsthilfegruppe für Menschen mit beginnender Demenz hin.

Ilona Bender stellte die individuelle Kleingruppenbetreuung von max. 5 Demenzbetroffenen im Uhlenhus und das Sportangebot in Kooperation mit dem TuS Bloherfelde vor.

Juliane Visser von Gerontologisch machte in ihrem Vortrag auf das Bewegungsprogramm der DemenzHilfe und die vielen Möglichkeiten der Aktivierung & Begleitung bei sportlichen Aktivitäten aufmerksam und wies die Teilnehmer auf die Wichtigkeit der Bewegung vordringlich an frischer Luft hin.

Elke Frommberger vom ambulanten Hospiz dienst präsentierte in ihrem Vortrag das ehrenamtliche Angebot der Unterstützung durch Palliativberatung, der individuellen Begleitung beim Abschied nehmen und die Möglichkeit des Hausbesuchs im Pflegeheim oder Krankenhaus.

Die vorgestellten Angebote der einzelnen Institutionen sind kostenfrei oder über die Pflegeversicherung nach § 45b SGB XI abrechenbar, sodass den Betroffenen keine Kosten entstehen.

TreffpunktDemenz-01.jpgTreffpunktDemenz-02.jpg

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