DemenzHilfe Oldenburg e.V.

INFORMATIONS- und BERATUNGSSTELLE

Demenz und die Macht des Ausgeblendeten

Erinnerungen an das Unaussprechliche 

Der innere Ausstieg ist als sogenannter „Verlust der Persönlichkeit“ das markanteste Element einer Demenz. Die Synchronizität der Aspekte des Bewusstseins von Denken, Wahrnehmen, Erinnern, Sprechen und Ich-Bewusstsein wird gestört, unterbrochen und geht letztendlich ganz  verloren. Auf der einen Seite lockt das dissoziierte Niemandsland, endorphinversüßt, auf der anderen Seite bedrängt das verdrängte, existenziell bedrohliche seelische Leid – unaussprechliche Angst. 

Erringt man sich den abgespaltenen Persönlichkeitsanteil nicht zurück, kann dieser im Laufe des Lebens immer mehr Macht gewinnen. Das, was man nicht anschauen möchte, weil es zu bedrohlich  ist, fordert sich zunehmend vehement ein, eine Erinnerung an das Unaussprechliche.

Je älter wir jedoch werden, desto weniger Kraft zur Verdrängung steht uns zur Verfügung.

Das Ausgeblendete überwindet die brüchig gewordenen Mauern des Bewusstseins und drängt das Ich des Menschen in sein dissoziiertes Niemandsland. Das, was einst das Überleben gesichert hat wird so, als altbewährtes Refugium, zum Segen oder Fluch, wie immer man es auch sehen will. Denn spätestens jetzt kann man die latent vorhandene Angst nicht mehr ausblenden und sie überflutet das Bewusstsein.

Gleichzeitig mit der Dissoziation fällt in der Traumatisierung der Körper in eine Schreckstarre. Der Mensch ist wie tot, spürt sich nicht mehr, und kann so möglicherweise überleben. Die  Energie, die nicht in Kampf oder Flucht verbraucht wird, wird komprimiert im Nervensystem gebunden. Das Erleben wird in der körperlichen Erstarrung eingefroren: Bilder, Worte, Geräusche, der  Schmerz – und all die erlebte Angst. Während die Fakten vergessen sind, bleibt ein Grundgefühl der Bedrohung.

Dieses Grundgefühl dominiert, vielleicht nicht bewusst, und führt zu einer Emotionalisierung des Erlebens. Und das ist real, denn die verdrängte Angst bedroht das Ich-Bewusstsein. Dieses muss enorme Kraft aufwenden, die eigene Position in der menschlichen Organisation  zu sichern. Die Aufwendung dieser Kraft zur Verteidigung der Souveränität des Ich führt zu einem Verlust von Vitalität und Lebensfreude. Um die akkumulierte Energie in feste Bahnen zu lenken und  einzugrenzen, entstehen, wie der amerikanische Biologe und Psychologe Dr. Peter Levine beschreibt, Symptome wie Angst, Depression, psychosomatische Störungen, Panik, oder Herzrasen. Untergründig wirkt die eingebunkerte Angst auf allen Bereichen des Menschen. Der Sinn  für Kohärenz geht verloren, es entsteht ein Grundgefühl der Verlorenheit.

Demente Menschen fühlen sich nicht nur in hohem Maße verloren, sie sind geradezu ein Spielball ihrer Emotionen. Dement sein heißt auch: Angst haben, ja von Angst getrieben sein. Es ist jedoch einer der großen Irrtümer, dass diese Angst im Wesentlichen eine Angst vor dem Verlust von Fähigkeiten wäre nach dem  Motto: „Weil ich dement werden könnte oder dabei bin es zu werden, habe ich Angst.“ Dies ist in einer kurzen Phase des Krankheitsprozesses in der Regel der Fall.

Ein Teil der Lebenskraft und Freude wurde „im Unvorstellbaren“ mit Angst gebunden und seelisch abgespalten. Dieses Abgespaltene fordert sich nun ein und macht Angst, weil es Angst ist. Dies dann im Alter auszuhalten und zu durchleben ist sehr schwer. Aber offensichtlich muss es sich zeigen, weil es in das Leben re-integriert werden will, noch vor dem Tod.

Das Gedächtnis des Körpers ist nicht zu täuschen. Erstarrungen, Verhärtungen, Verkrümmungen haben ihre Ursache nicht nur in einer möglichen schlechten Sitzhaltung. Die Bilder des Lebens setzen sich im Knochensystem, den Muskeln, den inneren Organen fest und entwickeln auch dort ihre Wirksamkeit. Eine erlebte Todesstarre bleibt so lange, bis die bindenden Kräfte ausagiert, die gespeicherten oder assoziierten Bilder in das Bewusstsein zugelassen und weiter bearbeitet werden können.

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